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Technologie News 2/2018

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Robotic Process Automation:
Mit Hilfe von Robotic Process Automation (RPA) können Unternehmen Geschäftsprozesse digitalisieren, automatisieren und dadurch effizienter gestalten. Physische Roboter werden dabei allerdings nicht eingesetzt, vielmehr sind es intelligente Softwareprogramme, die dazu genutzt werden, vormals manuell ausgeführte Prozesse zu digitalisieren, Abläufe zu optimieren und Ressourcen und Kosten einzusparen. RPA-Systeme können als virtuelle Arbeitskräfte verstanden werden, die sich am besten für Prozesse im Backoffice-Bereich mit regelmäßigen, vorhersagbaren Interaktionen mit IT-Applikationen eignen. Beispiele für solche Prozesse sind etwa das Verarbeiten von Dokumenten, Eingaben in IT-Anwendungen, Buchungsvorgänge und andere, regelbasierte und sich wiederholende Aufgaben. Für den Einsatz von RPA müssen die bestehenden IT-Systeme nicht grundlegend neu gestaltet werden, vielmehr nutzen RPA-Programme bestehende IT-Applikationen und ahmen dabei die übliche Interaktion von Menschen mit diesen Applikationen über eine Benutzeroberfläche nach. Unternehmen können mit RPA ihre Geschäftsprozesse deutlich schneller und kostengünstiger durchführen und bereits heute können 25 bis 40% aller Backoffice-Aufgaben mit RPA automatisiert werden. Nähere Informationen unter: www.deloitte.com/RPA

Generatives Design:
Generatives Design beschreibt ein Prinzip, bei dem nicht mehr der menschliche Entwickler das Design eines neuen Produkts oder Objekts maßgeblich entwirft, sondern ein KI-basiertes Softwaresystem. Design- und Entwicklungsprozesse können so erheblich beschleunigt und kürzere Modellzyklen sowie vollständig neue Designkonzepte ermöglicht werden. Beim generativen Design gibt der Entwickler nur mehr die relevanten Designziele und Rahmenbedingungen für das neue Produkt bzw. Objekt ein, wie etwa Materialarten, Funktionsziele, Herstellungsmethoden und Leistungskriterien. Das intelligente Softwareprogramm entwirft darauf basierend durch iteratives Testen und Lernen selbstständig verschiedene Designvorschläge, aus denen der Entwickler anschließend das passende auswählen kann. Generative Designmethoden helfen dabei, die jeweils effizienteste Form für ein Objekt zu finden, dass den anvisierten Anforderungen etwa an Gewicht, Stabilität, etc. erfüllt. Die Methoden eigenen sich auch außerordentlich gut für den Einsatz von 3D-Druck-Verfahren, die in der Lage sind, die neuen und oftmals unkonventionellen Formen und Strukturen sofort nach dem Entwurf herzustellen. Nähere Informationen unter: www.designtagebuch.de

Mensch-Roboter-Kollaboration:
Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) bezeichnet die generelle Zusammenarbeit von Mensch und Industrierobotern. Moderne Robotersysteme ermöglichen durch spezielle Sensoren, zugehörige Steuerungstechnik und -software sowie ggf. Sicherheitseinrichtungen die effektive Zusammenarbeit an einem Werkstück bzw. in einem Arbeitsraum – teilweise sogar ohne trennende Schutzeinrichtungen wie Zäune oder Lichtschranken. Hierdurch kann der Mensch etwa bei körperlich anstrengenden, monotonen oder immer wiederkehrenden Aufgaben unterstützt werden. Bisher händisch ausgeführte Tätigkeiten lassen sich somit ergonomischer, effektiver und wirtschaftlicher gestalten. Aktuell ist eine Vielzahl von Modellen verschiedenster Hersteller am Markt. Durch die unterschiedlichen Funktionsweisen und technischen Eigenschaften lassen sich diese in vielfältigen Anwendungsgebieten sinnvoll einsetzen. Auch die zur Programmierung benötigten Kenntnisse variieren sehr stark zwischen den erhältlichen Systemen – so gibt es Modelle von rein code-basierter bis hin zu graphischer Programmierung. Neben der Auswahl des zum Anwendungsfall und zum Mitarbeiterwissen passendsten Robotersystems ist die Kenntnis über Richtlinien und Normen zur Umsetzung sicherheitstechnischer Anforderungen sowie zur Durchführung der Risikobeurteilung essentiell für einen sinnvollen Einsatz.

Portrait

Industrie im Portrait: F&E bei Siemens

„Bei Siemens arbeiten österreichweit insgesamt mehr als 1.000 ForscherInnen und EntwicklerInnen. Die massive Innovationskraft lässt sich sehen: im vergangenen Jahr konnten wir 150 Erfindungsmeldungen und 90 Patente aus Österreich verzeichnen. Wir lösen beinahe täglich konkrete Problemstellungen. Davon profitieren unsere Kunden, die Wirtschaft und natürlich auch wir selbst.“
Dr. Werner Ritter, Siemens AG Österreich, Direktor der Niederlassung Innsbruck

Werner Ritter, Siemens AG Österreich

In der zentralen Forschungs- und Entwicklungseinheit Corporate Technology arbeiten rund 100 ForscherInnen in den Bereichen Digitalization & Automation (Configuration Technologies, Industrial Networks, Active Vision Technologies, Process Analytics & Sensing und Scalable & Resilient Architectures) sowie Energy & Electronics (Electronic Design und Radio Frequency Technology).

Das Forschungsfeld Process Analytics & Sensing beschäftigt sich mit dem zukunftsweisenden Gesamtkonzept aus Prozessinstrumentalisierung, Prozessautomatisierung und Integrated Engineering und soll dabei die Lücke zwischen Produktentwicklung und industrieller Produktion schließen. Mit dem Ziel qualitativ hochwertigere und effizientere Prozesse zu gestalten, hat Siemens in Wien ein in Europa einzigartiges Living Lab eröffnet. Durch die Digitalisierung von Bioprozessen werden im Living Lab Forschung und Anwendung in realer Umgebung kombiniert. Dabei kommt es auf der Basis von Daten und deren intelligenter Analyse zu einer exakten Nachbildung, einem sogenannten digitalen Zwilling. Der im digitalen Zwilling abgebildete physische, rein biologische Gärungsprozess wird steuerbar, wiederholbar und dokumentierbar – dies ist bspw. die Basis für die Zulassung von Medikamenten. 

Nähere Informationen unter: www.siemens.com/at/de und www.hitech.at/digitalisierung-von-bioprozessen

Automation robotic industry picking automotive parts with CNC machine in manufacturing

IV-Tirol und MCI starten Robotik-Zentrum

Service- und Anlaufstelle für Industriebetriebe – Mehrwert durch Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Industriellenvereinigung Tirol (IV Tirol) und die Unternehmerische Hochschule® (MCI) starten gemeinsam ein Zentrum für Robotik, Produktion und Automatisierung. Das Zentrum wird als Service- und Anlaufstelle für Industriebetriebe dienen und diese bei der Implementierung von neuen Technologien unterstützen. Der Fokus liegt dabei auf technikorientierten Innovationen insbesondere der industriellen Robotik sowie der Automatisierung. Mögliche Themen sind beispielsweise sichere Mensch-Roboter-Anwendungen, das „Internet der Dinge“, Virtual Reality, modernste Bildverarbeitungssysteme und vieles mehr. Darüber hinaus sollen durch gezielte Kooperationen mit Schulen und Ausbildungsbetrieben junge Menschen für technische Berufe begeistert werden. Angesiedelt wird das Zentrum am MCI-Technikstandort in Innsbruck.


© Tirol TV GmbH

Der Präsident der IV Tirol, Christoph Swarovski, betont, dass die heimischen Industriebetriebe seit jeher für Leistung, Effizienz und Innovation stehen. „Das neue Service-Zentrum wird die neuen Technologien präsentieren und die Unternehmen bei der Einführung unterstützen.“ MCI-Rektor Andreas Altmann weist auf den Mehrwert der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft hin: „Als Unternehmerische Hochschule® ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen zu führen. Das neue Zentrum stiftet nicht nur für die Studierenden nachhaltigen Nutzen, sondern vor allem auch für die Industriebetriebe.“

Für Fragen zum Robotik Center stehen Ihnen Frau Isabella Doppler und Herr Benjamin Massow zur Verfügung:

Isabella Doppler, M.Sc., Referentin, IV Tirol
isabella.doppler@iv.at
+43 512 584 134-17

Benjamin Massow, B.Sc., M.Sc., Hochschullektor, MCI
benjamin.massow@mci.edu
+ 43 512 2070-3924

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Blockchain & Smart Contracts

Wenn Ihre Maschine selbständig Verträge abschließt.

Die erste Veranstaltung zu Zukunftstechnologien gewährte Einblicke in ein spannendes Thema.

„Blockchain ermöglicht den Wandel vom Internet der Informationen zum Internet der Werte“, erklärte André Schweizer, Doktorand am Kernkompetenzzentrum Finanz & Informationsmanagement an der Universität Bayreuth sowie am Fraunhofer Blockchain Labor. Der Experte gab Einblicke in ein spannendes Technologiefeld und verglich Blockchain mit einem Notizbuch: „Eine Eintragung, eine Liste von Themen, taucht auch bei anderen auf.“

Blockchains der 3. Generation

Blockchain habe das Potenzial, die nächste disruptive (Internet-)Technologie zu werden. Schweizer verglich die derzeitige Entwicklungsstufe von Blockchain mit dem Weg, der von Nokia bis zum Smartphone zurückgelegt wurde: Das kann man nicht in Monaten messen, sondern wird noch Jahre brauchen. Die 2. Generation von Blockchain ermögliche bereits „Smart Contracts“ und dadurch mehr als Kryptowährungen. Die 3. Generation seien „Tangles“ – Gewirr/Durcheinander – und keine Ketten mehr, so der Experte.

Peer-to-Peer

Das Internet ermöglicht zwar die Versendung von Informationen, nicht jedoch von Werten. Genau an dieser Stelle kommt Blockchain ins Spiel, da sie eine ausreichend sichere Infrastruktur bietet, um Vermögenswerte oder sensible Daten zu versenden, ohne dabei auf einen Mittelsmann angewiesen zu sein. In diesem Kontext wird auch häufig der Terminus Peer-to-Peer genutzt. Beiträge, die einmal in der Blockchain abgelegt sind, können nicht wieder aus der Blockchain entfernt werden. In Abhängigkeit des Dezentralitätsgrads ist ein auf einer Blockchain basierendes System höchst transparent. Robert Lauter, von Wien Energie, zeigte Beispiele auf, wie Wien Energie Blockchain für die Abwicklung von Transaktionen in der Energiewirtschaft nützt.