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Mehrwert durch intelligente Verbindung von Daten und Objekten

Die Welt vernetzt sich in zunehmendem Tempo. Die Veranstaltung der IV-Tirol zum Thema „IoT-Tools“ hatte zum Ziel, fachkundigen Mitgliedern einen praxisorientierten Einblick in die Welt der „vernetzten Kommunikation von Maschinen“ zu geben.

Eugen Stark, Isabella Doppler, Martin Buber, Maximilian Roth (v.l.n.r.)
© IV-Tirol

Im „Internet of Things“ (IoT) – auch Internet der Dinge genannt – werden Maschinen und drahtlose Sensoren miteinander vernetzt. Das Marktforschungsinstitut Gartner prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 etwa 21 Milliarden intelligente Sensoren im IoT vernetzt sein werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei vielfältig, etwa für eine vorausschauende Wartung von Produktionsmaschinen sowie im Bereich Smart City. Entsteht beispielsweise in städtischen Wassersystemen ein Leck, so melden die Sensoren sofort derartige Defekte.

Drahtlose Kommunikation

Martin Buber, Business Development Manager bei Microtronics, meinte: „Auf dem Weg zur vernetzten Kommunikation ist noch lange nicht alles umgesetzt. Viele neue Technologien müssen sich erst etablieren – gerade in Richtung drahtloser Kommunikationssysteme oder bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen.“

Auch Maximilian Roth, Business Development bei Fraunhofer am Institut für Integrierte Schaltungen, ging auf die Vernetzung von Objekten mit dem Internet ein, erläuterte dabei die 5G-Technologie oder Low Power Wide Area Networks (LPWAN) sowie Technologien zur Übertragung ganzer Datenpakete. In diesem Zusammenhang sprach der Experte auch über technische Leistungsmerkmale wie Reichweite, Energieeffizienz, Störfestigkeit oder Skalierbarkeit.

IoT-Lösungen

Die Wertschöpfungskette von IoT-Lösungen besteht aus mehreren Elementen: Dem physischen Produkt, den Sensoren, aus Connectivity-Technologien bzw. aus digitalen Services. Ein Mehrwert wird durch die intelligente Verbindung von Daten und Objekten erzeugt. Sehr viele Technologien im Bereich der IoT-Lösungen sind dabei, sich neu zu positionieren und zu etablieren – auch drahtlose Kommunikationssysteme.

F&E bei TRM in Hall

Technologische Trends mit Relevanz für die Tiroler Industrie

Beim Treffen der Forschungsexperten der Tiroler Industrie in Hall ging es um das neue „Welcome Service“ sowie um innovative technologische Trends.

Industrie-Experten der F&E Plattform im Werk der Tiroler Rohre GmbH © Tiroler Rohre

Das Mitgliedsunternehmen Tiroler Rohre GmbH in Hall lud die F&E-Experten der IV-Tirol ein, den Betrieb zu besichtigen und sich auszutauschen. Max Kloger, der Geschäftsführer, berichtete über die Entwicklung des Unternehmens. Harald Tschenett, Leiter der Produktion, führte die Gruppe durch das Werk.

Willkommen in Tirol
Als weiteren Programmpunkt stellte Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, das neue „Welcome Service“ vor. Eine Plattform, die internationalen Fach- und Führungskräften als erste Anlaufstelle dienen und über Arbeit, Leben und Wohnen informieren soll. Die Integration in den Lebensraum Tirol berücksichtigt neben der rein informativen und praktischen Ebene auch soziale Komponenten. Initiatoren dieser Einrichtung sind IV-Tirol, WK-Tirol, Tiroler Hochschulen sowie das Land Tirol.

Technologische Trends
Der Experte Marin Baraba, Future Management Group AG, sprach über technologische Trends: „Die Zukunft ist schon da und sie wird sich rasanter entwickeln als die Vergangenheit“, so der deutsche Experte. Es sei wichtig, die relevanten Zukunftsfaktoren aktiv in konkrete Strategien umzuwandeln. Denn Veränderungen passieren schneller als man denke – ob man wolle oder nicht. Man könne sie als Chance oder als Gefahr wahrnehmen. Tatsache sei, dass die Roboter-Bevölkerung schneller als die Menschen-Bevölkerung steige. 2025 würden Maschinen erstmals mehr als Menschen arbeiten. In hochautomatisierten Ländern würde es aber dennoch weniger Arbeitslose geben, als in anderen Ländern.

Wechsel des Vorsitzenden
Werner Ritter von Siemens gab beim 21. Treffen der F&E-Plattform seinen Vorsitz weiter an Albert Rössler von der Adler-Werk Lackfabrik. Der IV-Tirol GF Eugen Stark bedankte sich bei Ritter für das jahrelange Engagement und seine aktive Mitwirkung seit Gründung der F&E-Plattform. Viele Impulse aus dieser Einrichtung wurden erfolgreich in Tirol umgesetzt. Rössler bedankte sich für das Vertrauen und freut sich auf seine neue Aufgabe.

MINT-Gütesiegel

4 Tiroler Schulen mit „MINT-Gütesiegel“ ausgezeichnet

Mit dem „MINT-Gütesiegel“ werden all jene Bildungseinrichtungen ausgezeichnet, die auf innovative Lern- und Lehrmethoden und fächerübergreifenden MINT-Unterricht setzen. Sie schulen digitale Kompetenzen und suchen die Vernetzung mit innovativen Unternehmen und Hochschulen, um moderne Berufsbilder zu vermitteln. Aber auch genderorientierter Unterricht und die laufende Professionalisierung der MINT-Pädagoginnen und Pädagogen gehören zum Profil.

© Mint Gütesiegel

Aus Tirol wurden vier Schulen mit dem begehrten MINT-Gütesiegel 2019-2022 ausgezeichnet:

  • Volksschule Vils
  • Volksschule Arzl
  • Bundesgymnasium und Bundes-Oberstufenrealgymnasum St. Johann in Tirol
  • Technisches Gymnasium Telfs (BRG/BORG Telfs)

Mit der diesjährigen Ausschreibung ist die „MINT-Schul-Community“ in Summe auf 336 Schulen und Kindergärten angewachsen. Das MINT-Gütesiegel hat sich damit zu einem Leuchtturmprojekt in Österreich entwickelt, der im Bildungsbereich immer breitere Verankerung findet.

Das MINT-Gütesiegel ist eine bundesweit gültige Auszeichnung von BMBWF, IV, Wissensfabrik und PH Wien für innovatives Lernen in MINT vom Kindergarten bis zur Matura. Die Projektpartner verfolgen mit der Initiative mittelfristig die Zielsetzung, flächendeckend mehr Begeisterung der Jugend für MINT und seine Bildungs- und Berufsfelder auszulösen. Dabei geht es nicht zuletzt darum, den Fachkräftemangel im Forschungs- und Innovationsbereich zu entschärfen. Ausgezeichnete Schulen werden auf der „MINT-Landkarte Österreich“ unter www.mintschule.at verortet. Das Gütesiegel ist für drei Jahre gültig, eine Wiedereinreichung ist möglich. 

Rückblick und Fotos unter: https://bit.ly/2wCMtFx

KMU-JI-Robotikzentrum

Unternehmen setzen Digitalisierungsprojekte systematisch um

Mitglieder der IV-Tirol tauschten sich im Zentrum für Robotik, Produktion & Automatisierung am MCI über ihre Erfahrungen mit Projekten zur Digitalisierung aus.

© IV-Tirol

Gemeinsam mit der Jungen Industrie lud die KMU-Plattform der IV-Tirol ihre Mitglieder ein, um Beispiele aus den Betrieben im Zuge der digitalen Transformation zu diskutieren. Nach Vorstellung der Unterstützungsmöglichkeiten für F&E-Projekte durch das neue Robotik-Zentrum, bat MCI-Lektor Benjamin Massow die Unternehmer um ihre Inputs.

Martin Pichl, Pichl Medaillen GmbH, zeigte auf, wie sein Weg über Forschungsanträge hin zur Abwicklung von zunächst drei Projekten führte. Letztlich komme man nur weiter, wenn auch die Mitarbeiter im Unternehmen die Digitalisierung mittragen. Ob im Bereich der Automatisierung, bei Online-Systemen, 3D-Druckern, bei der Programmierung von Gravuren – auch die Belegschaft müsse den Wandel mittragen und gestalten.

Markus Dax, Steka-Werke Techn. Keramik GmbH & Co. KG, informierte über die Einführung neuer Systeme und den kontinuierlichen Wandel beispielsweise von der händischen Erfassung über ERP (Enterprise Resource Planning) bis hin zu Cloud-Lösungen. Die digitale Transformation helfe auch, Bürokratie abzubauen und wichtige Innovationsschritte voranzutreiben. Die Nachvollziehbarkeit diverser Prozessschritte sowie die Rückverfolgbarkeit von Daten seien für Steka von besonderer Bedeutung.

David Lindner, Lindner Traktorenwerk GesmbH, nützt die Digitalisierung auch für die Suche nach praktischen innerbetrieblichen Lösungen – etwa im Bereich der Administration oder bei der Reduktion eines zu hohen Lagerstandes. Auf dem Gebiet der Logistik gehe es auch darum, die Fahrzeuge dem Kunden zugänglicher zu machen. Durch die Integration digitaler Systeme in den betrieblichen Alltag, gelinge es immer besser, die gesamte Fertigung auf unterschiedliche Kundenwünsche auszurichten.

Wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Abteilungen eines Unternehmens in die Entwicklung einer Industrie 4.0-Vision eingebunden werden können, zeigte Maximilian Ulrich von Fraunhofer Austria auf.  In seiner Präsentation „Reifegradmodell – Technologiepotentiale strukturiert heben“ erläuterte der Experte, wie Digitalisierung im betrieblichen Alltag systematisch umgesetzt werden kann.