Additive Fertigung im Fokus der Industrie

Additive Fertigungsmethoden – oft auch als 3D-Druck bezeichnet – finden immer mehr Einzug in die industrielle Produktion. IV-Tirol Experten nahmen Theorie und Praxis unter die Lupe.

Kristina Shea, Leiterin des Labors für Produktentwicklung und rechenbasierte Methoden an der ETH Zürich, präsentierte in ihrem Vortrag aktuelle Forschungen. Als Professorin für Engineering Design and Computing zeigte sie auf, wie beim 4D-Druck, ein 3D-gedrucktes Objekt mit der Fähigkeit zur Transformation versehen wird. Für den 4D-Druck werden unterschiedliche, „programmierbare“ Materialien verwendet, welche sich unter verschiedenen Einflüssen verändern. Auslöser für die Verformung können zum Beispiel Wasser, Licht, Feuchtigkeit, Wärme, Vibration oder Magnetfelder sein. Ein Vorteil dieser Technologie besteht in der Möglichkeit, dass Objekte in kleiner und kompakter Form gedruckt werden können und sich erst am Bestimmungsort zu ihrer endgültigen Größe und Form transformieren.

Innovative Druck-Technologie
Johann Hintner, Technology Manager bei Swarovski, erläuterte praktische Beispiele aus der industriellen Praxis bei Swarovski. Die 3D-Technologie gebe es seit 1983, Swarovski „drucke“ seit 1989 additive Teile. Anhand von Anwendungsbeispielen aus den Bereichen Kunststoff, Metall und Glas zeigte Hintner die vielfältigen Möglichkeiten einer sich laufend verbessernden Druck-Technologie. Am schnellsten werde sich diese Technologie in der Medizin durchsetzen. Dennoch müsse man sich gerade in der Produktion noch Herausforderungen stellen wie etwa der manuellen Nachbearbeitung, der eingeschränkten Vielfalt von Werkstoffen sowie den Maßtoleranzen und der Oberflächenbeschaffenheit. Ob sich die Additive-Fertigung als disruptive Technologie durchsetzen wird, könne erst die Zukunft zeigen.

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