maierrabler

Input 4 Industry: Auswirkungen der Digitalisierung auf MitarbeiterInnen

Ass.Prof.Dr. Ursula Maier-Rabler ist Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität Salzburg und fokussiert sich in ihren Lehr- und Forschungsschwerpunkten auf die Digitalisierung und ihren Einfluss auf die Gesellschaft.

Am 15.11.2019 war sie zu Gast bei der Industriellenvereinigung Tirol und referierte im Rahmen des Human Capital Forums zum Thema „Auswirkungen der Digitalisierung der Digitalisierung auf Mitarbeiter*innen und die Arbeitswelt“.

Input 4 Industry ist eine neue Mini-Podcast-Serie mit Einblicken in die bei der Industriellenvereinigung Tirol regelmäßig stattfindenden Fachvorträgen zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Digitalisierung (Innovation 4 Industry) und Zukunft der Arbeit (Human Capital Forum).

inmanas

Input 4 Industry: Digitale Management-Assistenzsysteme

Alexander Ettinger von in-manas erklärte am 25.10.19 bei der Industriellenvereinigung Tirol, wie digitale Assistenzsysteme auch das tägliche Management von Unternehmen automatisieren können.

Input 4 Industry ist eine neue Mini-Podcast-Serie mit Einblicken in die bei der Industriellenvereinigung Tirol regelmäßig stattfindenden Fachvorträgen zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Digitalisierung (Innovation 4 Industry) und Zukunft der Arbeit (Human Capital Forum).

Niklas Kröger

Input 4 Industry: Innovation im Ecosystem

Niklas Kröger von HYVE München war am 25.10.19 bei der Industriellenvereinigung zu Gast und sprach zu Innovationen die aus einem Ecosystem heraus entstehen. Input 4 Industry ist eine neue Mini-Podcast-Serie mit Einblicken in die bei der Industriellenvereinigung Tirol regelmäßig stattfindenden Fachvorträgen zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Digitalisierung (Innovation 4 Industry) und Zukunft der Arbeit (Human Capital Forum).

Oschatz

Input 4 Industry: Neue Arbeitszeitmodelle

Tanja Oschatz vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO Berlin) zu innovativen Arbeitszeitmodellen.

Max Oestreich, Referent der Industriellenvereinigung Tirol, konnte am 06.09.19 den Personalverantwortlichen aus Tiroler Industrieunternehmen zwei Experten vorstellen, welche die Thematik neuer Arbeitszeit- und Schichtmodelle aus theoretischer und praktischer Sicht behandelten. Tanja Oschatz von Fraunhofer IAO Berlin vertrat den Standpunkt, dass mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten auch die Suche nach geeigneten Fachkräften erleichtern könne. Andreas Schauer von der voestalpine Stahl GmbH ging es um innovative Schichtmodelle.

Input 4 Industry ist eine neue Mini-Podcast-Serie mit Einblicken in die bei der Industriellenvereinigung Tirol regelmäßig stattfindenden Fachvorträgen zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Digitalisierung (Innovation 4 Industry) und Zukunft der Arbeit (Human Capital Forum).

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ADLER 4.0: Willkommen in der Zukunft!

Internet of Things, Robotics, digitale Transformation: Die viel beschworene „Industrie 4.0“ steht nicht mehr nur vor der Tür – in vielen Bereichen ist sie längst Realität. Doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich genau, und welche Konsequenzen hat die „digitale Revolution“ für ADLER? Darüber haben wir mit Romed Staggl, Leiter des Bereichs Produktion, gesprochen.

Herr Staggl, woher kommt eigentlich der Begriff „Industrie 4.0“?

Der Begriff wurde 2011 von einer deutschen Forschergruppe geprägt, die damit den nächsten großen Umbruch im Industriebereich beschrieb: Die umfassende Verzahnung der industriellen Produktion mit digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie. Im Grunde bedeutet das: Für alle analogen Abläufe in einem Betrieb gibt es sozusagen einen „digitalen Zwilling“, jeder Prozess wird im Softwaresystem des Unternehmens in Form von Daten abgebildet, und zwischen beiden Welten findet permanenter Austausch statt.

Das heißt: Es geht bei Industrie 4.0 gar nicht in erster Linie um Roboter und vollautomatische Anlagen, sondern um Daten?

Ganz genau. Natürlich bringt die Digitalisierung auch neue Möglichkeiten wie z.B. die Robotertechnologie hervor, die uns manche Arbeitsschritte abnehmen kann und uns so erlaubt, mehr Zeit in andere Aufgaben zu investieren. Aber die größte Chance bei der Digitalisierung liegt darin, eine enorme Menge an Daten zu sammeln, auszuwerten und miteinander in Verbindung zu setzen. Das beste Beispiel dafür ist unsere neue Wasserlackfabrik: Jeder Produktionsbehälter, jedes Rührwerk, jede Rohrleitung ist digital vernetzt, kann über den Computer gesteuert werden und speichert jede Menge digitaler Informationen. Ein menschliches Gehirn wäre mit dieser Datenflut heillos überfordert – ein Computer kann daraus aber wertvolles Wissen ableiten und so abspeichern, dass wir jederzeit wieder darauf zugreifen können.

Welche Vorteile ergeben sich dadurch?

Wir können alle Produktionsprozesse zuerst virtuell vorherplanen und mögliche Fehler simulieren. Durch die digitale Steuerung der Anlagen können wir mit nahezu hundertprozentiger Genauigkeit arbeiten und unseren Kunden perfekte Qualität liefern – und zwar in jeder einzelnen Charge. Aber die Vorteile der Digitalisierung beschränken sich bei Weitem nicht nur auf die Produktion!

Sondern?

Von der Beschaffung der Rohstoffe, bei der wir uns mit den Lieferanten vernetzen, bis hin zu Logistik und Versand gibt uns die Digitalisierung die Möglichkeit, schneller und besser zu werden und neue Angebote zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei, wie immer bei ADLER, der Kunde: Digitalisierung darf niemals ein Selbstzweck sein, wir müssen immer darüber nachdenken, welchen Mehrwert wir dadurch für unsere Kunden schaffen können.

Betrachtet man Industrie 4.0 wie eine Reise – wo befinden wir uns bei ADLER auf diesem Weg?

Ich glaube, man sollte sich die Digitalisierung nicht wie eine Reise vorstellen, die irgendwann zu Ende ist – vielmehr ist der Weg das Ziel. Bei ADLER sind wir in vielen Bereichen schon sehr gut aufgestellt. Eine große Herausforderung ist es jetzt, die einzelnen Bereiche – vom Einkauf bis zum Verkauf, von der Forschung & Entwicklung bis zur Produktion – nahtlos miteinander zu vernetzen, damit die Informationen nicht nur in den einzelnen Systemen kursieren, sondern durchs ganze ADLER-Werk fließen können.

Wie sieht die Digitalisierungstrategie bei ADLER aus – gibt es so etwas wie einen „Masterplan ADLER 4.0“.

Eine Besonderheit der digitalen Entwickung ist ihr enormes Tempo – laufend entstehend neue Technologien und Möglichkeiten, ebenso schnell verschwinden andere wieder. Deshalb ist wichtig, nicht zu weit in die Zukunft zu planen, sondern stattdessen Schritt für Schritt weiterzugehen. Wir beschäftigen uns z.B. derzeit damit, wie wir die Möglichkeiten der Digitalisierung auch für die Produktion 1 und hier zuerst einmal für die Vorkommissionierung nutzen können, um unsere Mitarbeiter dort in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Bleiben wir gleich beim Stichwort Mitarbeiter: Was bedeutet die Digitalisierung für sie?

Für uns alle gilt, dass unsere Arbeitsplätze in 10 Jahren anders aussehen werden als heute – aber das war in der Vergangenheit auch schon so. Die Digitalisierung bedeutet natürlich eine Herausforderung, etwa im Umgang mit neuen Geräten, Anlagen oder Softwareprogrammen; aber vor dieser Herausforderung muss sich niemand fürchten – wie schon in der Vergangenheit werden wir unsere Mitarbeiter Schritt für Schritt an die digitale Zukunft heranführen und umfassend schulen. Und umgekehrt bringen digitalisierte Arbeitsplätze auch viele Vorteile mit sich: Der Mitarbeiter wird vom Computer angeleitet und unterstützt, es gibt weniger Störungen im Arbeitsfluss und weniger Fehlerquellen.

Wie sind diesbezüglich die bisherigen Erfahrungen?

Sehr positiv. Ein gutes Beispiel ist unsere neue Kommissionierung. Im Grunde machen die Mitarbeiter dort nichts anderes als früher – sie stellen Gebinde für Gebinde auf Paletten zusammen und bereiten so die Kundenbestellungen zur Lieferung vor. Aber in unserem neuen Logistikzentrum sehen sie auf ihrem Bildschirm, welches Gebinde sie auf welchem Platz abstellen müssen, erfassen jedes Gebinde mit dem Barcode-Scanner, und wenn einmal ein Fehler passiert, bemerkt ihn das System und warnt den Mitarbeiter. Das ist für mich der Optimalfall der Industrie 4.0: Der Computer ersetzt keinen Mitarbeiter, sondern unterstützt ihn – und durch das perfekte Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz können wir unseren Kunden noch besseren und rascheren Service bieten.

ADLER – In unseren Adern fließt Farbe

Mit 620 Mitarbeiter/-innen ist ADLER Österreichs führender Hersteller von Lacken, Farben und Holzschutzmitteln. 1934 von Johann Berghofer gegründet, wird das Familienunternehmen heute in der dritten Generation von Andrea Berghofer geführt. Beinahe 18.000 Tonnen Lack verlassen jährlich das Schwazer Werk und gehen an Kunden in über 25 Ländern weltweit. ADLER hat Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei; einziger Produktionsstandort ist die ADLER-Werk Lackfabrik in Schwaz / Tirol (A). Als erstes Unternehmen seiner Branche ist ADLER seit 2018 zu 100% klimaneutral.


Bildrechte: ADLER-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co KG